Die 44. Faschingssaison hat begonnen.
Ab 27.01.2018 könnt ihr das neue Programm erleben.

Chronik - Reinhardtsdorfer Karnevalsclub e.V.

Im Jahre 1956 gründete sich der erste Faschingsverein Reinhardtsdorf. Der damalige Mitbegründer Walther Weber (†) organisierte am 11.11.1956 in der Gaststätte „Zur Hoffnung“ die Gründungsversammlung.

Die erste Ära des Reenerschdorfer Faschings nach dem Krieg hatte begonnen. Zu den damaligen Initiatoren gehörten u.a. Walther Weber (†), Gerhard Katzschner (†), Arno Schneider (†), Werner Kretzschmar, Willy Müller (†) , Walther Focke (†) u.a.

Drei Jahre prägte der Reenerschdorfer Fasching das Dorfleben der Gemeinde. „Waldi“, so wurde der erste Präsident liebevoll von allen genannt, kümmerte sich um alles. Was in den „Fünzigern“ noch sehr mühevoll war und vielen, kreativen Ideen bedarf, war die Bühnendekoration/-bemalung und die Kostümierung. Themen und Personen, die man auf die Schippe nehmen konnte, hatte man damals genauso viel wie heute. Aus dieser Zeit stammen die Farben schwarz/ gelb. Und auch der Schlachtruf „Ratsch Bumm Bumm“ stammt aus der ersten Faschingssaison. In diesem alten Faschingsverein war auch der damalige Gastwirt Bill Bernau. Er stammte aus Köln und wusste also, dass zu jedem Fasching auch ein zünftiger Schlachtruf gehört. Die Initiatoren überlegten, was am besten zu ihrem Verein passte und sich locker ausrufen lässt.

Ratsch - kommt  von Ratsche, ein Musikinstrument sächsisch ausgesprochen
Bumm Bumm – bedeutet  Tusch   

Bis in die heutige Zeit hört man den Ruf, wo auch immer die "Reenerschdorfer" sich treffen und auftreten.

Das ganze Dorf lebte auf. Waldi, der Präsident eröffnete die erst Prunksitzung und begrüßte das närrische Volk von Reinhardtsdorf mit Ratsch Bumm Bumm. Damals musste man 2h und länger für Eintrittskarten anstehen. Die Plätze waren auf dem Saal in den „Drei Fichten“ eben begrenzt. Es gab viele Stehplätze vor der Theke und an den Seiten. Das erste Bühnenbild wurde auf eine Plane gemalt. Dazu kam ein Maler extra aus Sebnitz. Tolle Plakate mit sehr frivolen Zeichnungen zierten die Wände bis in die heutige Zeit. Diese Zeichnungen wurden von Alois Wolf (†), von allen Loi genannt, gemalt. Er hat auch in den zwei folgenden Jahren die Bühnenbilder sehr aufwendig gezeichnet.

Der für alle unvergessene Arno Schneider war der Büttenredner des Vereins. Es gab keine ausgearbeiteten Bütts von ihm. Er redete frei von der Leber weg und brachte alles Kuriose, alle krummen Dinger und Pannen aus dem Gemeindeleben auf sehr humorvolle Weise ans Tageslicht. Arno Schneider liebte die Zylinder. Und er brauchte einige im Laufe seiner Büttenrednerzeit. Ein edles Stück bewahrt seine Tochter Erika zur Erinnerung an ihn und die tolle Zeit auf. Man empfing die Delegation aus Bad Schandau.

Auch in Schöna feierte man 1957 den ersten und einzigen Fasching. Der Präsident Heinz Eidam eröffnete die erst Prunksitzung und begrüßte das närrische Volk von Schöna mit dem Schlachtruf:
„Scheene -Ahoi“ Damals feierte man auf dem Saal im Erbgericht in Schöna. Auch da gab es einen Elferrat , Faschingspolizei , Hofnarren und eine Funkengarde und einen Umzug. Dem ersten Elferrat in Schöna gehörten an: Paul Viehrig, Heinz Krebs, Heinz Eidam, Rudi Ehrlich, Rudi Keller, Martin Viehrig, Kurt Wolf, Herbert Albert, Kurt Noack, Walter Küchler, Hans Bräunling. Und es gab den Hofnarr Werner Nitzschner.

In den ersten drei Jahren war es Brauch, dass die Vereine sich untereinander besuchten. So kam Schöna, Bad Schandau, und Krippen nach Reenerschdorf.

Die Kostüme nähten in mühevoller Kleinarbeit Frauen aus dem Ort. Man traf sich bei der Weber Elli und schnitt zu, säumte und nähte. Aber vor allem hatte man einen mächtigen Spaß dabei. Inge Keubler, die Ehefrau vom Prinz Werner I. und gelernte Schneiderin, hatte maßgeblich Anteil am Gelingen der Kostüme. Die Ideen holte man sich von Westen und vom Schandauer Verein, der sich bereits 10 Jahre vor uns gründete.

Dem ersten Elferrat gehörten an: li nach re Walter Weber, Walter Focke Postbeamter, Willy Müller Gärtner, Gerhard Hohlfeld Bauer, Werner Kretzschmar Lehrer und Chorleiter, Gerhard Mosig, Paul Hille, Willy Gräfe.

Am Tag des Umzuges wurden alle Närrinnen und Narren der Gemeinde von Fleckelkaspern ab 07:00 Uhr geweckt. Kein Einwohner durfte sich an diesem Tag ohne Kappe öffentlich zeigen, sonst musste er ein Strafgeld von 5,00M zahlen. Ein festlich geschmückter Wagen mit Prinzenpaar und Funkengarde führte den Faschingsumzug an. Der Elferrat marschierte direkt hinter der Prinzenkutsche. – allen voran Walter Weber.

Alle freuten sich schon auf die 2. Karnevalssaison mit ihren 3 Prunksitzungen. Diesmal gab es schon ein Motto und ein perfektes Bühnenbild dazu. Man sah das Dornröschenschloß und um es echt wirken zu lassen, holten die Männer vom Elferrat Tannenbäume aus dem Wald und gestalteten einen tollen Märchenwald.

Tambormajor im zweiten Jahr war Edda Focke. Sie war Gemeindearbeiterin damals noch im alten Gemeindeamt in Reinhardtsdorf. Der zweiten Funkengarde gehörten weiter an: Ilse Hohlfeld, Anni Hohlfeld, Inge Palme, Sieglinde Bräunling und zwei weitere Funken. Damals waren alle Prunksitzungen Familienfaschings. Es gab viele Stehplätze bis auf die Tanzfläche.

Im Jahre 1973 fassten junge Leute bei einer Stammtischrunde in der Gaststätte „Zur Hoffnung“ den Entschluss, den Fasching in Reinhardtsdorf wieder aufleben zu lassen.

Der 1. Faschingsauftakt wurde am 11.11.1973 im Gasthaus „Zur Hoffnung“ gefeiert. Zu dieser Veranstaltung übergaben die alten Elferräte Walter Weber, Willy Müller, Gerhard Hohlfeld, Werner Kretzschmar, Gerhard Mosig, Paul Hille, Willy Gräfe, Walter Wicikowski, ihre Faschingskappen an die jungen Elferräte mit dem Kommando: „Mützen auf!“

Neue, „frische Funken“ wurden gesucht. Anwesende junge Mädchen wurden per „Fleischklopfer“ geprüft, ob sie geeignete Funken sind. Willy Müller, der alle Kostüme und Uniformen sorgsam aufbewahrte, stellte diese der neuen Gruppe zur Verfügung. Es erklang nach 14 Jahren wieder der alte Faschingsruf: „Ratsch bumm bumm“!

Eine neue Ära des Reenerschdorfer Faschings hatte begonnen. Zu den damaligen Gründungsmitgliedern gehörten u.a. Günter Keubler, Dieter Milowsky, Günter Kretzschmar, Wolfgang Chromik und Wolfgang Huhn.

Viele Jahre waren sie maßgeblich am guten Gelingen des Reenerschdorfer Faschings beteiligt. Martina Helbig, Rolf Kästner und Gerhard Palme sind sogar bis heute RKC Mitglieder geblieben! Einige Faschingsfreunde der 50er Jahre wie z.B. Gerhard Katzschner, Arno Schneider, „Waldi“ Weber und Willy Müller unterstützten den noch jungen Verein in den ersten Jahren tatkräftig bei den Vorbereitungen und Durchführung der Veranstaltungen.

Viele Probleme mussten gelöst werden: Woher nehmen wir Geld? Wie kommen wir zu originellen Kostümen? Wodurch können bessere Umkleidemöglichkeiten geschaffen werden? Im Februar 1974 eröffnete der Faschingsverein auf dem Saal in der Gaststätte „Drei Fichten“ die erste Faschingssaison: unter dem Motto und dem ersten Prinzenpaar in der „neuen/alten Zeit“.

  • Präsident: Dieter Milowsky
  • Polizeihauptmann: Wolfgang Chromik
  • Tambormajor: Martina Ehrlich

Zum ersten Elferrat gehörten: Dieter Milowsky, Klaus Kretzschmar, Günter Keubler, Harry Rund, Andreas Wicikowski, Manfred Hacker, Siegfried Wolf, Gerhard Palme, Rudi Ehrlich, Rolf Kästner, Jürgen Kunze Damals wurde nur mit Faschingskapellen während der Prunksitzungen und danach zum Tanz aufgespielt. Mit Stimmungshits wie: „Blau, blau, blau blüht der Enzian“, „Es gibt kein Bier auf Hawai“, ...

Das Faschingslogo und der Eintrittsstempel, welche beide bis heute aktuell sind, hatte Klaus Kretzschmar entworfen und gemalt, der auch bis 1997 alle Bühnenbilder entworfen, gemalt und gebaut hatte. Damals baute der Verein einen Elektroturm in der Nähe des Ofens. Von da aus wurde mit dem anfangs einzigem Scheinwerfer und einer UV Lampe das Geschehen auf der noch nicht vorhandenen Bühne Lichttechnisch beeinflusst. Da engagierten sich Wolfgang Huhn, Harry Rund, Harry Viehrig, Reiner Viehrig, Hartmut Müller und Johannes Helbig.

In den ersten Jahren waren auch Probleme zu lösen, die heute eine Selbstverständlichkeit darstellen: Wie heizen wir den Saal? Zu den wochenlangen, vorherigen Proben war es stets „Hundekalt“. Es gab keine Umkleideräume. Alles geschah hinter der engen, schmalen „Bühne“, wo sich manchmal bis 20 Leute aufhielten und auf ihren Auftritt/ Programmpunkt warteten. Was machte man, wenn die Notdurft sich einstellte?

Zur ersten Faschingspolizei gehörten: Wolfgang Chromik, Andreas Gräfe. Burkhard Thomas, Harry Viehrig, Werner Hering, Berthold Weiß (†), Frank Focke, Karl-Heinz Steffen, Peter Neumann, Siegfried Kriesch.

Der ersten Funkengarde gehörten an: Martina Ehrlich, Rosemarie Welde, Christine Kaden, Gunda Lumpe, Iris Kästner, Martina Kunze, Monika Schwalbe, Petra Wicikowski, Karin Thomas Ein Stamm-Urlauberehepaar aus Kleingießhübel, die Frau arbeitete damals am Dresdner Theater, half den Funken bei ihren ersten Choreografien. Sie brachte den Mädchen bei, wie man Musik und rhythmischen Tanz zu einem thematischen Gebilde entwarf und probte mit ihnen. Das ganze Dorf freute sich schon auf die nächste Saison. Auf dem Saal der Gaststätte „Drei Fichten“ wurde anfangs die Bühne noch seitlich zur Tanzfläche gebaut. Klaus Kretzschmar gestaltete mit viel Kreativität das Bühnenbild. Nun gab es auch eine leidliche Umkleidekabine, die gleichzeitig für die Aufbewahrung der Requisiten genutzt wurde für die Darsteller der Prunksitzung. Nach dem Programm konnte man sich sehr leidenschaftlich in der verwinkelten Kellerbar vergnügen.

An den „Drei Fichten ging der alljährliche Faschingsumzug los, wendete an der Glaserschmiede und endete wieder am Prinzenpalast, den Drei Fichten. Dort wurden durch eine Jury die tollsten Ideen also Faschingsbilder prämiert. Vor dem Umzug nahmen erst einmal alle Faschingsgruppen auf der Ehrentribüne vor dem Eingang der Gaststätte „Drei Fichten“ Aufstellung. Das Prinzenpaar begrüßte von hier aus sein närrisches Volk. Daneben reihte sich der Elferrat um die originellsten Umzugsteilnehmer zu prämieren, die vorher von einer Jury ausgewählt worden sind. Links, auf der Treppe eskortierte die Funkengarde. Das ganze Dorf war auf den Beinen. Schon damals zählte man im Durchschnitt 40 Bilder. 1977 feierte man bereits in der 4. Faschingssaison. Die meisten Narren und Närrinnen erwähnen den Römerfasching bei ihren Aufzählungen an erster Stelle. Es muss eine ganz besondere Saison gewesen.

  • Präsident: Dieter Milowsky
  • Polizeihauptmann: Frank Focke
  • Tambormajor: Petra Wicikowski

In den folgenden Jahren feierte man Fasching auf Französisch, bei den Zigeunern, im Märchenwald, im Fernsehfunk, im Gemeindebund, im Orient, auf dem Mond, in Athen und an vielen anderen Schauplätzen. Die wirklich tollen Programme gestalteten zum großen Teil Dieter Milowsky und Reiner Viehrig. Mit sehr viel Witz und Humor nahmen die beiden das Dorfleben und andere außerordentliche Geschehnisse auf die Schippe.

1986 gab der langjährige und sehr engagierte Präsident des Vereins Dieter Milowsky sein Amt an Ulrich Lumpe ab.

1990 als es das erste Mal hieß: „Hallo, Guten Morgen Deutschland“ veränderte sich die Organisation der Faschingssaison komplett. Plötzlich brauchten die Programme nicht mehr vorher dem zuständigen Bürgermeister und Parteisekretär des Rates der Gemeinde zur Zensur vorgespielt werden. Man konnte nun alles sagen, spielen und singen. Es war nun einfacher geworden Requisiten und Kostüme zu beschaffen, die man in den vergangenen Jahren sehr aufwendig und kreativ selbst hergestellt hat. Was teilweise sehr zeitaufwendig war.

  • Präsident: Ulrich Lumpe
  • Polizeihauptmann: Gunter Johne
  • Tambormajor: Katrin Palme

Seit 1995 ist, mit einer 5 jährigen Pause, der Präsident Norbert Nitzschner. In der Zeit von 1999 – 2003 war Uwe Hering  unser Vereinspräsident. Nachdem Uwe die Gruppe der Faschingspolizisten als ihr Hauptmann  über 6 Jahre in Schwung gehalten und 1998 selbst die Regentschaft mit seiner Lieblichkeit Prinzessin Kathrin, der 2. übernommen hatte.

  • Präsident: Uwe Hering
  • Polizeihauptmann: Jörg Focke
  • Tambormajor: Mandy Wicikowski

2004 löste ihn dann Norbert Nitzschner ab, der den Reenerschdorfer  Karneval, wie seine Vorgänger, bis heute über die Gemeindegrenzen hinaus repräsentiert. Seit 1999 ist der RKC e.V. Mitglied im Sächsischen Verein der Karnevalisten und hat maßgeblich die Zusammenarbeit aller Karnevalsvereine im Oberen Elbtal gefördert. Hatte der Verein zu Beginn seiner Gründung 27 Mitglieder, nach einem Jahr 32, so sind es heute 90 Vereinsmitglieder. Nach der Wende entwickelte sich eine Bereitschaft der ortsansässigen Betriebe den Verein finanziell zu unterstützen. Dank der Sponsoren und der Einnahmen während der Veranstaltungen konnte nun moderne Technik angeschafft werden.

  • Präsident: Norbert Nitzschner
  • Polizeihauptmann: Holger Wehler
  • Tambormajor: Bianca Nitzschner

Es geht noch weiter….. demnächst